Baubericht einer

P-51 Mustang

"Sweet Arlene"

von Art-Tech

von Manfred Bauer

Etwas historisches zur P-51 Mustang

Die North American P-51 Mustang war eine einmotorige Maschine. Nach nur 117 Tagen Entwicklungszeit rollte der Prototyp, NA-73X, am 9. September 1940 aus dem Hangar. Die Variante dieser Maschine war mit einem 1100-PS starken Allison-Motor ausgestattet. Die P-51 wurde in den unterschiedlichsten Varianten gebaut. Grundlage für mein Modell war eine P-51-D-20-NA (Serial 44-63223) mit dem Namen "Sweet Arlene", die aus dem Prototypen XP-51D in Serie gefertigt wurde. Die P-51D war in dieser Variante mit einem Packard-Merlin V12 Motor mit 1671 PS ausgestattet. Im 2. Weltkrieg wurde sie als Jagdbomber und Aufklärungsflugzeug in niedrigen Höhen eingesetzt. Desweiteren als Bomberbegleitflugzeug über Deutschland.

Maße Original Modell
Spannweite: 11,28 m 2.000 mm
Länge: 9,82 m 1.740 mm
Höhe: 4,15 m 680 mm
Leergewicht: 3.450 kg 4.250g
Fluggewicht: 5.260 kg 4.790 g
Dienstgipfelhöhe: 12.500 m  
Reichweite: 3.307 km mit Abwurftank  
Antrieb: 12-Zylinder-V-Motor mit 1.671 PS 5060 KV500 mit Getriebe
Höchstgeschwindigkeit: 703 km/h auf 7.620 m 70 km/h
Reisegeschwindigkeit: 523 km/h auf 3.048 m  

Doch nun zum Modell:

Das Modell war sehr gut verpackt und und ich musste jede Menge Kartons auspacken. Nahezu jedes Teil war sauber verpackt. Die Teile waren alle in einem guten Zusatand und es sah auch alles gut aus. So sollte dem Bau eigentlich nichts im Wege stehen. Doch da war es wieder, wo war der Bauplan! Ups, alles durchsucht und in der Tat es war kein Bauplan vorhanden. In der Regel kein Problem, aber unterschiedliche Schraubenlängen und einen programmierbaren Fahrwerkscontroller, da sollte so etwas dabei sein. Bei der Suche nach dem Bauplan bin ich auch über ein nicht vorhandenes Soundmodul gestolpert. Wo war das jetzt schon wieder? So langsam war ich genervt und schrieb noch am Freitag eine Mail an ready2fly. Eine zweite Mail schickte ich an den Hersteller Art-Tech. Steht doch klipp ind klar geschrieben: "Traumumhafte Flugeigenschaften zusammen mit dem originalgetreuen Sound des Soundmoduls machen diese P51 zum Modell des Jahres." 

Also habe ich gewartet auf das etwas passiert und siehe da, am Montag hatte ich dann eine Mail von Art-Tech mit einem Bauplan und so konnte ich dann endlich beginnen. Hierzu sei gesagt, der eigentliche Bauplan beschränkt sich lediglich auf eine Seite. Also fangen wir damit das Spornrad auszufahren. Super die Spornradabdeckung öffnet sich und das Spornrad fährt aus. Toll was für eine Technik, mit Seilen und Federn, genial gelöst. Weil so schön war, Kommando zurück und alles wieder eingefahren. Das ging soweit gut bis die Schraube am Deckel hängen blieb und der Motor abschaltete. Ich dachte mir, naja alles nur kleine Probleme, Klappe mit dem Finger zur Seite gehalten und nochmal Spornrad rausgefahren. Dann wollte ich das Spornrad ein zweitesmal einfahren und das war's. Nichts ging mehr!

EZW 1
EZW 2

Nun stand fest das am Spornrad einiges zu tun war:

  1. Das EZFW fährt nicht tief genug ein, dadurch geht die Klappe nicht zu.
  2. Das Spornrad bleibt an der Klappe hängen
  3. Das EZFW bewegt sich garnicht mehr 
  4. und die Federn für den Geradeauslauf, naja

Aber darin hatte ich ja mittlerweile Übung und an diesem Modell konnte man schließlich das EZFW ausbauen, was ich dann auch tat und letztendlich in alle Einzelteile zerlegte. Was dabei rauskam sieht man auf dem Bild unten und das war nicht sehr erfreulich.

Wie zu sehen ist sind Fett und Späne die Übeltäter die verhinderten, dass das EZFW nicht mehr richtig wollte. Ich habe dann mit entsprechenden Mitteln alles gereinigt, etwas gefettet auf Leichgängigkeit überprüft und alles Stück für Stück wieder zusammengebaut. Das EZFW tat wieder seine Dienste und ich konnte mir über die anderen Probleme Gedanken machen. Wie heißt es: "Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen". Am EZFW sind Schrauben angebracht in denen die Federn für den Geradeauslauf des Spornrades hängen. Dort wurde am EZFW das Plastik ausgefräst, damit das EZFW auch sauber hochklappen konnte. Nun sah das alles ganz gut aus.

Damit das Spornrad tiefer in den Radschacht einfährt, habe ich auf der hinteren Seite des EZFW auf jeder Seite 3 Unterlagscheiben druntergelegt. Damit kanm ich fast 1 cm tiefer und es sollte ausreichen um die Abeckung des Rades sauber zu schließen. Damit das Rad sauber in die Abdeckung einfährt und nicht hängenbleibt wurde diese mit einem Fön erwärmt und soweit gebogen bis alles gerade war und die beiden Abdeckungen parallel waren. Das zu lange Gewinde am Spornrad habe ich ebenfalls abgeschnitten. Die Stopmutter, die ich mit den Fingern abdrehen konnte habe ich mit Sicherungslack gesichert.

Um das Spornrad zu stabilisieren und einen besseren Geradeauslauf zu gewährleisten wurde eine Messinghülse über die Achse des Spornrades gesteckt. Somit hat das Spornrad weniger Spiel. Ausserdem wurden die Federn ausgetauscht und durch etwas stärke ersetzt. Damit erhielt ich einen besseren Geradeauslauf. 

Aufgrund der ganzen Änderungen die gemacht wurden mussten die Seile für die Lenkung des Rades neu angepasst werden. Es ist zwar etwas fummelei aber machbar.

Nachdem dieser Schritt getan war, konnte ich in der Anleitung weitermachen und die Anschlußkabel für das Höhenruder zusammenstecken und mit Isolierband sichern. Höhenruder einstecken und mit zwei Schrauben befestigen. Anschließend das Seitenleitwerk einstecken und ebenfalls mit zwei Schrauben sichern. Die Teile waren passgenau und es hat alles soweit wunderbar gepasst. Das Seitenleitwerk habe ich noch nicht mit dem Servo verbunden, denn ich wollte erst den Geradeauslauf testen, einstellen und im Anschluss daran das Seitenruder einstellen. Die Anlenkgestänge der Höhenruder machen einen soliden Eindruck.

Im nächsten Schritt wäre jetzt das einstecken der Antenne an der Reihe, aber das hebe ich mir bis zum Schluß auf.

Heute ist Dienstag und von ready2fly gibt es immer noch keine Antwort!! 

Weiter also mit dem Mittelteil der Tragfläche und dem dazugehörigen Fahrwerk. Das EZFW soll angeschlossen werden und geöffnet werden. Ich habe das aber nicht wie in der Anleitung gemacht, sondern habe das Mittelteil auf den Kopf gedreht um das EZFW auch zu testen. Das EZFW hat wunderbar funktioniert und nicht nur einmal, ich habe es mehrfach versucht und es ist immer sauber ein und aus gefahren. Auch hier mussten einige Sachen nachgebessert werden.

  • eine Fahrwerkseite fuhr nicht tief genug ein, somit konnte die Klappe nicht sauber schließen
  • beide Fahrwerksabdeckungen, jeweils auf der Radseite, waren nicht gerade und standen nach dem Scließen ca. 5mm offen.

Das kleinste Übel war das EZFW das nicht tief genug einfuhr, hier wurden auf der einen Seite je eine Unterlagscheibe unter das Gehäuse des EZFW gepackt und schon hat alles gepasst. Ein defektes Servo wurde auch gleich ausgetauscht und damit so etwas nicht am anderen Fahrwerk passiert wurde dieses ebenfalls ersetzt. Die Abdeckungen waren etwas müseliger. Ich wollte die Teile mit dem Fön erwärmen und etwas biegen, aber das Resultat war das ich zwei Teile in der Hand hatte. Kein Wunder, beide Teile waren vor dem zusammenkleben bereits lackiert und nur an 4 Stellen mit Sekundenkleber geklebt. Ich habe beide Teile zuerst gebogen, dann geschliffen und verklebt. Ich hoffe das hält jetzt besser.

Es ist Mittwoch und ich habe eine Mail von ready2fly bekommen und das Problem mit der Bauanleitung und dem fehlenden Sound wurde wie folgt erklärt:

"Hallo Herr Bauer
Ich habe versucht ihnen das Manual zukommen zu lassen. Leider kommt die Email zurück da ihr Emailaccount maximal 10mb Mails annimmt.
Ich werde die Anleitung beim Artikel selbst auffschalten damit Sie sie da downloaden können.

Diese wurde nicht beigelegt da zum Zeitpunkt der Herstellung noch keine Verfügbar war (aussage Art-Tech).
Ebenso wurde mir mitgeteilt das leider kein Soundmodul im Lieferumfang enthalten ist. Wir haben dies so auch nicht beworben. Einzig auf einem Foto stand SMS Sound Modul jedoch nirgends im Lieferumfang.
Dieses Foto habe ich nun entfernt.

Die Anleitung finden Sie in kürze hier:

http://www.ready2fly.com/shop/USER_ARTIKEL_HANDLING_AUFRUF.php?Kategorie_ID=89&Ziel_ID=5341

Mit freundlichen Grüssen
www.ready2fly.ch / .eu / .com

Tino Kälin"

 

Allerdings sehe ich das anders, denn mit dem Bild (siehe ganz oben), folgenden Verkaufstext:

"Traumhafte Flugeigenschaften zusammen mit dem originalgetreuen Sound des Soundmoduls machen diese P51 zum Modell des Jahres."  sieht das für mich anders aus.

Selbst der Link der Seite heißt Sweet-Arlene-mit-Soundmodul. Wer achtet da noch Großartig auf den Lieferumfang, als Option wird das tolle Soundmodul ja auch nicht angeboten.

Es müsste im Text schon stehen das der Sound eine Option ist, oder ganz daraus verschwinden!

Aber was soll ich jetzt jammern, es ist wie es ist und das nächste Mal weiß ich persönlich wo ich nicht mehr bestellen werde.

Glücklicherweise habe ich noch das Soundsystem von Benedini. Den Sound zubekommen und in den Flashspeicher zu übetragen war auch kein Hexenwerk. Den Lautsprecher habe ich in eine Ausbuchtung der Tragfläche eingearbeitet und mit 2K-Kleber gesichert. Alle Servokabel wurden mit Gewebeband gesichert um so die Montage zu erleichtern. Die Tragfläche wurde mit 3 Schrauben am Rumpfteil befestigt. Anschließend wurden die Flaps aufgesteckt. Die Flaps passen gut zur Fläche und es muss nichts angepasst werden.

Endlich ist es soweit, ich kann die Tragfläche auf den Rumpf schrauben. Das war alles keine Problem, zwar ein und es ging vorwärts.

Jetzt mussten alle Kabel angeschlossen und sauber verlegt werden. Für die Empfängerstromversorgung wurde ein externer Akku benutzt der im Heckteil des Flieger eingebaut wird. Dazu später.

Im Bug oder Sprichwörtlich unter der Motorhaube wurden folgende Komponenten installiert.

  • Empfänger
  • Steuerung EZFW
  • Soundmodul
  • Regler
  • Akku 6S/5000mAh

Nach dem Einbau der Komponenten wurde als nächstes der Schwerpunkt überprüft. Der stimmt erstmal garnicht, die Nase des Modells ist viel zu schwer. Aber auch das werde ich geregelt bekommen, wozu gibt es Blei zum auswuchten. Erstmal wird der externe Akku und die BEC im Heck verstaut. Hierzu wurde eine passende Sperrholzplatte eingebaut um die Komponenten aufzunehmen.

Jetzt wo alle Komponenten eingebaut sind wurde die P-51 aus ihrem Schlaf erweckt und der erste Ausflug gemacht. Rollen und Einstellung der Lenkung vornehmen. Das ganze hat soviel Spaß gemacht das alle Sorgen und aller Ärger verschwunden war. Welch ein tolles Modell und ein Motor mit gewaltiger Kraft. Am liebsten wäre ich gleich losgeflogen, aber bis dahin sind noch ein paar Kleinigkeiten, z.B. Schwerpunkt einstellen und restliche Details wie Antenne usw. anzubringen. Aber ich bin sicher, dass jetzt am Wochenende bei gutem Wetter ohne Wind ein Ertsflug stattfinden wird.

Zum Erstflug kam es an diesem Wochenende wegen zu starkem Wind nicht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Allerdings konnte ich die Fahreigenschaften testen und alles machte einen stabilen Eintrug. Lediglich die Klappe für den Bombenabwurfschacht öffnete sich selbstständig. Der Motor hat eine gute Durchzugskraft und ich denke, dass ein schneller, kurzer Start möglich ist. Das Spornrad macht einen wackeligen Eindruck, aber es lies sich nach der Platzrunde (am Boden) noch tatenlos einfahren. Die Kabinenhaube hat sich selbstständig geöffnet, aber auch die bekommen ich so hin, dass sie zubleibt.

 

Sonntag 22.06.2014 19:00

Es ist so weit, heute soll die P51-D ihren Erstflug fliegen. Es ist leichter Wind, etwas böig aber ich, bzw. wir müssen da jetzt durch.

Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen, alles nochmal gecheckt und dann ging es los. Aus Sicherheitsgründen habe ich das Fahrwerk für den ersten Flug nicht eingezogen. Die Landung war zwar etwas hart, aber das Fahrwerk hat seinen Zweck erfüllt und es ist auch nichts kaputt gegangen.

Link zu Art-Tech

Link zu Benedini Sound

Nachricht an die Bauanleitung