Baubericht

Rainbow 

von

Phönix Model

von Manfred Bauer

Für einen Einsteiger ist es nicht immer einfach das richtige Modell zu wählen, aber bei der Rainbow von "Phönix Model" fällt das sicher nicht schwer. Die in englisch geschriebene und gut bebilderte Aufbauanleitung lassen auch den absolut unerfahrenen schnell ans Ziel gelangen. Das Modell hat einen hohen Vorfertigungsgrad und ist einfach, auch für einen ungeübten Modellbauer fertigzustellen.

Nach dem meine Rainbow der 1. Generation nun das zeitliche gesegnet hat und ich unbedingt wieder ein solches Modell besitzen wollte habe ich mir nun ein Modell der 2 Generation zugelegt.

Es hat sich einiges geändert, die Farbe wurde von türkisgrün und gelb in blau und gelb geändert. Die Tragflächen werden jetzt nicht mehr verleimt sondern sind steckbar mit einem Alurohr. Beim Höhenleitwerk sind beide Flächen getrennt zum Servo geführt. Der Motorspant wurde geändert, die Motorbefestigung wurde überarbeitet, auf der Unterseite des Rumpfes ist ein zweiter Schacht für das Höhen- und Seitenruderservo, eine Pilotenpuppe wurde auch intergriert und ist bauseits bereits verklebt.

Alles in allem sind das positive Änderungen, Preis und Leistung inbegriffen.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Team von Derkum Modellbau in dem ich mich über die Motorisierung informiert habe, war mir klar welchen Motor ich verbauen wollte. Alle Komponenten wurden dort auch bestellt.  

Technische Daten (Herstellerdaten):

  • Spannweite ca.: 1.600 mm

  • Rumpflänge:      1.100 mm

  • Gewicht:            1,5 - 1,7 kg

Antrieb / Elektronik:

  • D-Power Set BL-Motor & Regler Comet 60A Schubkraft ca. 2.400g
  • 3S / 3800 mAh
  • APC Elektropropeller 13x6,5 (alternativ 14x8,5)
  • 4 x D-Power AS-220BB MG-Servo
  • Empfänger

Kosten:

  • Modell                    119,-

  • Motor/Regler ca.     69,90

  • Servos ca.              40,-

  • 1 Akku 3S/4000      35,90

  • Kleinteile                20,00 

  • Gesamt: ca.          285,- Euro ohne Empfänger

Beschreibung:

Der Rainbow als Schulterdecker ist kein Scale-Modell, er hat sehr gute Flugeigenschaften und kann die eine oder andere harte Landung gut wegstecken. Auch ist er sehr gut für den Lehrer / Schüler Betrieb geeignet. Ein baugleiches Modell wurde früher von der Firma Graupner als Kadett vertrieben. Der Rainbow eignet sich für den Rundflug, als auch für das Kunstflugtraining. Durch die sehr geringe Flächenbelastung sind bei der empfohlenen Motorisierung sehr kurze Startstrecken möglich. Gleichzeitig sind die Langsamflugeigenschaften sehr gutmütig.

Unter anderem kann bei entsprechender Motorisierung und Schleppvorrichtung die Rainbow auch zum schleppen von Segelflugzeugen bis 3m Spannweite und ca. 2,5 kg Startgewicht (z.B. eine ASK 21) verwendet werden.

Genug der Zahlen und Fakten, jetzt wird ausgepackt und ich werde mit dem Bau beginnen.

Alle Teile sind nach Phönix Manier sehr gut verpackt, Kleinteile sind extra verpackt, es gab keinerlei Beschädigungen, die Folie ist faltenfrei verarbeitet, der erste Eindruck ist sehr gut. Es ist nicht unbedingt erforderlich Seite für Seite in der Bauanleitung vorzugehen, aber für einen ungeübten Modellbauneuling empfehlenswert.

Ich habe da meine eigenen Ansichten und werde sie auch dementsprechend beschreiben.

1. Bauabschnitt

So beginne ich als erste mit den Aufklebern, Seiteinleitwerk, Tragflächen Rumpf und Motorhaube, denn diese lassen sich sich so am besten aufkleben. Bei einem montierten Modell ist es halt etwas aufwendiger.

Als nächstes werden das Höhenleitwerk und das Seitenruder für den Einbau vorbereitet. Einige Dinge, wie zum Beispiel das Entfernen der Folie an den Klebestellen mit einem Messer wie es auch auf den Bildern gezeigt wird, halte ich nicht unbedingt für sinnvoll. Es besteht die Gefahr, dass das Balsaholz verletzt wird. Ich werde das hier etwas anders machen.

Am Rumpfende die Leitwerksaufnahme-Schlitze mit einem heißen Lötkolben frei legen, dann das Höhenleitwerk einschieben, zur Tragfläche ausrichten und anzeichnen. Die Folie muss an den Klebeflächen entfernt werden. Auch hier wird mit einem Lötkolben und einem Metalllineal ein Strich gezogen und die Folie entfernt. Ist dieser Schritt vollzogen, wird das Höhenleitwerk mit Holzleim eingeklebt. Falls etwas Holzleim rausquillt kann man diesen mit einem feuchten Tuch spurlos entfernen. Mit dem Seitenleitwerk wird ebenso verfahren, hier ist auf einen rechtwinkligen Sitz zum Höhenleitwerk zu achten. Während der Trockenphase konnte ich den soweit fertiggestellten Rumpf beiseite legen und mich um den Einbau der Tragflächenservos kümmern.

2. Bauabschnitt

Der Servoeinbau in die Tragflächen ist nicht spektakulär wenn man Standardservos benutzt. Ich entschied mich für Micro Servos mit Kugellagern und Metallgetriebe. Hierzu musste ich dünne Holzplättchen und eine Servoaufnahme für die Microservos anfertigen. Diese wurden passend gelb lackiert und über die Einbauöffnung der Standardservos gelegt und dort verschraubt. Die Servoskabel wurden entsprechend verlängert, so dass die Stecker ca. 5cm aus der Tragfäche rausragten. Im Anschluss wurden die Servos am Empfänger angeschlossen, und die Anlenkungen an den Querrudern gemäß Anleitung montiert. Die Gestänge wurden entsprechend eingestellt. Jetzt konnte ich die Tragflächen für die nächsten Arbeiten beiseite legen.  

3. Bauabschnitt

Die Heckkomponenten sind trocken und so habe ich die Anlenkungen für Höhen/Seitenruder fertiggestellt. Die Züge wurden durchgeschoben, die Anlenkungen gemäß der Anleitung montiert. Für meine Microservos wurde wieder eine entsprechende Halterung gebaut und auf der Aufnahme für die Standardservos verschraubt. Nun konnte ich die Servos am Empfänger anschließen, neutral stellen, alle Ruder auf ihre Wirkung testen und mit den Gabelköpfen eine Neutrallage einstellen.

Der Empfänger fand seinen Platz. Für die Querruderservos wurden am Empfänger 10cm Verlängerungen eingesteckt.  

4. Bauabschnitt

In diesem Bauabschnitt werde ich den Motor, Regler und Motorhaube verbauen. Für den Einbau gibt es vorgefertigte Hülsen die den Motor auf das richtige Maß bringen sollen, so dass die Motorhaube passend montiert werden kann. Jeder Motor hat andere Abmessungen und es sollte vorher kontrolliert und gemessen werden ob alles passend verbaut werden kann. Einige Maße werde ich zur Verfügung stellen, aber es ist keine Garantie, dass damit auch andere Motoren passend verbaut werden können. Der hier verbaute Motor ist ein D-Power 35-08. Ein Motorsturz und Seitensturz muss nicht berücksichtigt werden, er ist bereits im Motorspant des Modells berücksichtigt. Vom Motorspant bis zur Auflage des Props oder des Spinner dürfen es max. 80mm sein. Um diesen Wert zu erreichen habe ich 3mm gedrehte Scheiben unter die Alurohre gelegt. Die Muttern die ich vorher unter dem Motor hatte wurden wieder entfernt. Das ist der größt mögliche Abstand, so dass die Motorhaube bei der anschließenden Montage noch ca. 15mm im Rumpf steht. Das reicht aus um sie im Rumpf zu befestigen. Der Grund warum ich den maximalen Abstand (80mm) benutzt habe hat folgenden Grund.

Da das nicht mein erster Rainbow ist den ich zusammenbaue, weiß ich aus Erfahrung das ansonsten etwas Blei, je nach Akku 40-80gr benötigt wird.

Den Regler habe ich mit Kabelbinder und der Akkuplatte befestigt. Die Akkuplatte habe ich im hinteren Bereich rechts und links mit Holz stabilisiert. Damit der Akku nicht auf den Kabelbindern liegt habe ich im vorderen und hintern Bereich der Akkuplatte ein dünnes Holz aufgeklebt. Das Klettband habe ich in der Mitte des Akkuschachts geklebt. 

Die Montage der Motorhaube ist ist mit einigen Hilfsmitteln problemlos zu montieren. Damit die Motorhaube nicht so leicht rutscht wurde zunächst rechts und links vom Rumpf Kreppband aufgegklebt. Gleichzeitig habe ich auf dem Kreppband eine Markierung gemacht, 20mm hinter dem Motorspant. So kann später der Sitz der Motorhaube überprüft werden. Auf jeder Seite des Rumpfes wurden jetzt zwei Tesafilmstreifen angebracht. Hier wurden die Bohrungen markiert, so ist gewährleistet, dass man auch den Motorspant trifft. Motorhaube ausrichten, gegen rutschen sichern. Bohrschablone auf die Motorhaube legen, mit einem 1,5mm Bohrer durch die Haube in den Rumpf bohren. Mit einem 3mm Bohrer anschließend die Motorhaube aufbohren und mit dem Rumpf verschrauben.

5. Bauabschnitt

Im letzten Bauabschnitt werden das Fahrwerk und das Spornrad montiert, sowie die Maximalausschläge für alle Ruder eingestellt. Der Radkasten wurde mit einer Schraube zusätzlich am Fahrgestell gesichert.

Die Maximalausschläge wurden wie folgt eingestellt:

  • Höhenruder - 10mm / Expo 30%
  • Seitenruder - 10mm / Expo 30%
  • Querruder   - 10mm / Expo 30%

Der Schwerpunkt wird überprüft. In dieser Konfiguration mit einem Lipo 3S/3800 war nichts zu beanstanden und einem Erstflug sollte nichts im Weg stehen.

Das fertige Modell, Erstflug, Fazit

Der Erstflug fand am Wochenende statt. Der Start war problemlos und nach ca. 5m konnte der Rainbow abheben. Nachdem ich eine Sicherheitshöhe von ca. 20m erreicht hatte, habe ich auf Halbgas zurückgestellt. In dieser Position konnte ruhig geflogen werden und es musste auch nichts nachgetrimmt werden. Mit zunehmenden Gas stieg der Rainbow leicht und stetig nach oben. Auch Loopings  fliegen ist kein Problem. Eine Landung aus ca. 30m Höhe war einfach, das Modell weist sehr gute Langsamflugeigenschaften auf und so konnte ich die Landung im stetigen Sinkflug (Gleitflug ohne Motor) das Modell nach 12min Flugzeit wieder auf der Landebahn aufsetzten. Ich bin noch zwei weitere Akkus geflogen und war von den tollen Flugeigenschaften, empfehlenswert für Anfänger und Fortgeschrittene, begeistert. Ein Modell mit dem man nach Feierabend noch schnell zwei Akkus fliegen kann.

Fazit:

Ein Modell für alle, Einsteiger und Fortgeschrittene ob jung oder alt es ist für jeden gut zu fliegen. Preis und Leistung sind im Einklang und durch die unterschiedlichen Motorisierungen für Lehrer/Schüler-Flug und sogar für Seglerschlepp (Keke der Film) geeignet.